Take me home – der #stayrider kehrt heim

Von |2023-06-26T07:17:40+00:00Juni 26, 2023|stayrider|

Jürgen Hofer ist als #stayrider Anfang Mai mit dem Fahrrad auf große Spendentour nach Asien gestartet. Jetzt befindet er sich auf dem Heimweg und benötigt noch einmal Eure Unterstützung.

Der #stayrider ist auf dem Weg zurück! Er radelte von Stuttgart nach Innsbruck. Dann ging es weiter Richtung Osten über Ungarn, Serbien und Bulgarien nach Istanbul. Über den Bosporus gelangte er in die asiatische Türkei. Von dort fuhr er nach Georgien, Armenien und in den Irak – rund 10 Stunden täglich. Nun ist er wieder im Westen und fährt der Heimat entgegen.

Große Hilfsbereitschaft von Fremden

Nachdem er Deutschland, Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien, den Norden der Türkei und Georgien hinter sich gelassen hatte, fuhr Jürgen erneut in die Türkei in Richtung Süden.

Die türkische Hochebene von über 2.000 Metern ist wegen ihrer starken Wetterschwankungen berüchtigt. „Und dann kam der Weltuntergang“, berichtet Jürgen. „Der Hagelsturm holte mich unmittelbar unfreiwillig vom Fahrrad. Da es auf der Hochebene keinen Schutz gab, kauerte ich auf der Straße und versuchte, meinen Körper vor dem Sturm und Hagel zu schützen.“ Und Jürgen hatte unglaubliches Glück. Plötzlich tauchte ein Lieferwagen aus entgegengesetzter Richtung kommend vor ihm auf. Das Fahrzeug stoppte und zwei Männer sprangen heraus. Sie verluden Jürgens Rad auf der Ladefläche und brachten ihn entgegen ihrer eigentlichen Fahrtrichtung in die 60 Kilometer entfernte Stadt Kars. Gerne hätte sich Jürgen für diese unglaubliche Unterstützung erkenntlich gezeigt. Doch die beiden Männer lehnten dies energisch ab. Ihre spontane und großzügige Hilfe empfanden die beiden als selbstverständlich.

Und diese Menschen waren bei weitem nicht die einzigen, die dem #stayrider ohne Zögern ihre Hilfe zukommen ließen. In vielen Gegenden seiner Tour traf Jürgen auf Menschen, die ihm bereitwillig halfen und ihm große Gastfreundschaft entgegenbrachten. So auch in einem winzigen Dorf mit zehn Hütten ohne Strom und fließendes Wasser. Dort traf Jürgen auf zwei Frauen. Sie nahmen ihn in ihrer bescheidenen Bleibe auf. Dort trockneten sie seine regendurchnässte Kleidung am offenen Feuer und gaben ihm eine warme Suppe. Für seine Weiterfahrt wurde Jürgen dann sogar noch mit Proviant versorgt.

Schwierige Einreise in den Irak

Könnt Ihr Euch vorstellen, mit dem Fahrrad von Deutschland aus in den Irak zu fahren? Vermutlich nicht. Für die allermeisten von uns ist das undenkbar. Nicht jedoch für unseren #stayrider. Und so stand er tatsächlich eines Tages am Grenzübergang zum Irak. Doch der Grenzübertritt gestaltete sich schwieriger als erhofft. Sein digitales Visum wurde nicht akzeptiert. Es folgten sieben nervenaufreibende Stunden mit zähen Verhandlungen. Zudem galt es, Sprachbarrieren zu überwinden. Mit Händen, Füßen und Fotos auf seinem Smartphone versuchte Jürgen, den Grenzbeamten den Zweck seiner Reise zu erklären. Schließlich stellten sie ihm das für die Einreise notwendige Papiervisum aus.

Während seines zweitägigen Aufenthalts im Irak besuchte Jürgen eine deutsche Organisation im Großraum Dohuk, die jugendlichen Flüchtlingen durch Sport und gemeinsame Aktivitäten ein wenig Normalität schenken möchte.

Go West – ein erster Rückblick

Dann hat sich der #stayrider wieder Richtung Westen auf den Weg gemacht. Am Marmarameer in unmittelbarer Nähe der längsten Hängebrücke der Welt auf seine Fähre nach Europa wartend, blickte er dankbar und demütig auf die letzten Wochen zurück. „Vor meiner Abfahrt war wegen der vielen Unbekannten die Nervosität und Aufregung sehr hoch. Ich habe den Kopf voll mit Erinnerungen aus Georgien, Armenien, Irak und den Kurdengebieten der Türkei. Obwohl ich es selbst gemacht habe, ist es doch irgendwie unglaublich, was mit dem Fahrrad alles möglich ist.“

Jürgen an der Çanakkale-1915-Brücke

Die mit 4,6 Kilometern längste Hängebrücke der Welt wurde erst im Jahr 2022 eröffnet und überspannt die Meerenge der Dardanellen zwischen Asien und Europa.

Es riecht nach Heimat

Mit Ankunft am Mount Ventoux in der französischen Provence erreichte Jürgen sein letztes großes Etappenziel und zugleich den westlichsten Punkt seiner Tour. Das letzte Wochenende vor seiner Heimkehr verbrachte Jürgen in Monaco. Eine Reise voller Eindrücke, die gegensätzlicher nicht sein könnten, liegt schon bald hinter ihm. Wenige Tage zuvor wurde der #stayrider noch von Schakalen in seinem Zelt überrascht. Und im nächsten Moment steht er schon vor dem Casino in Monte-Carlo.

Jürgen vor der Spielbank in Monte-Carlo

„Vor etwas mehr als drei Wochen war ich noch im Irak.
Drei Wochen mit dem Fahrrad von einer Welt in die andere. Größer können die Unterschiede nicht sein.

Bei dem Gedanken, wo ich vor drei Wochen war und wo ich jetzt bin, bekomme ich Gänsehaut.“

Nun geht es zügig weiter Richtung Heimat. Der #stayrider wird voraussichtlich am Donnerstag in Innsbruck eintreffen. In Stuttgart erwarten wir Jürgen am Samstag, 1. Juli 2023 am späten Nachmittag.

Über die „Take Me Home“-Kampagne auf der Website der Stiftung Stay könnt Ihr die Spendenaktion des #stayrider auf seinen letzten Kilometern unterstützen. Die gesammelten Spendengelder werden für Einkommensprogramme eingesetzt, um den ärmsten Menschen Afrikas ein besseres Leben zu ermöglichen.

Wir danken Euch von Herzen für Eure Spenden!

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Über den Autor:

Petra Ninnemann arbeitet ehrenamtlich bei Stay und unterstützt dabei, über Projekte und Entwicklungen in Ostafrika zu berichten.
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