GUMA: Unser Projekt für bessere Menstruationshygiene in Uganda

By |2021-12-13T11:57:03+00:00Dezember 13, 2021|Entwicklung|

Die monatliche Periode bedeutet für Mädchen und Frauen in Uganda oft eine Woche voller Scham, Ausgrenzung und gesundheitlicher Risiken. Mit GUMA startet Stay nun ein neues Projekt, um gegen diese Periodenarmut in Afrika wirksam anzukämpfen.

Im ländlichen Uganda lebt laut UNICEF fast jede:r Dritte zwischen sechs und 17 Jahren in Armut. Viele dieser Mädchen und Jungen leiden unter mangelhafter Schulbildung und einer schlechten medizinischen Versorgung.

Mädchen sehen sich einer zusätzlichen Herausforderung gegenüber: An den Tagen ihrer Menstruation werden sie oft von der Schule ausgeschlossen oder halten sich selbst aus Scham vom Unterricht fern. Schätzungen zufolge verpasst jede ugandische Schülerin in Summe einen Monat Unterricht jedes Jahr. Viele brechen die Schule auch gleich ganz ab. Dadurch erhalten sie noch weniger Bildung und später ein noch geringeres Einkommen. Sie leiden unter sogenannter Periodenarmut.

Über Menstruation spricht man nicht? Doch!

Weibliche Menstruation gilt in Uganda als Tabuthema – und das hat erhebliche Folgen. Die Aufklärungsarbeit ist sehr schwer. Mädchen und Frauen wissen kaum über die weibliche Anatomie und den Menstruationszyklus Bescheid. Sie wissen auch wenig über die Bedeutung von Menstruationshygiene.

Damen-Hygieneartikel findet man in westlichen Ländern im Supermarkt um die Ecke. Unvorstellbar, dass Binden, Tampons und Co. für viele Mädchen und Frauen in Uganda viel schwerer zu bekommen sind. Oft sind sie schlichtweg zu teuer. Häufig gibt es nur Einweg-Damenbinden einen sehr langen Fußmarsch entfernt zu kaufen. Die Mädchen behelfen sich stattdessen beispielsweise mit Blättern oder Stoffresten. Die Verwendung dieser unhygienischen Materialien führt immer wieder zu ernsthaften Krankheiten. Auch diese erschweren es ihnen, vor lauter Schmerzen in der Schule dem Unterricht zu folgen. Oft bringen sie kaum die Kraft auf, morgens zur Schule zu laufen.

Um genau dieses Problem der Periodenarmut in Afrika in den Griff zu bekommen, hat Stay nun an sechs Standorten in Uganda ein Projekt gestartet. Es trägt den Namen GUMA – so hat es die LATEK Stay Alliance genannt. GUMA steht für Stärke, Widerstandsfähigkeit und Beharrlichkeit. Genau das ist die Message, die das Projekt aussenden soll.

Mädchen überwinden ihre Periodenarmut

Während eines zweitägigen Trainings lernen die Mädchen und Frauen nicht nur theoretisches Wissen über ihren Körper und die Periode. Sie erfahren auch, wie sie wiederverwendbare Damenbinden aus lokal erhältlichen und günstigen Materialien selbst nähen können. Außerdem bekommen sie ein Handbuch mit den wichtigsten Informationen, Bildern und einer Schnitt- und Nähvorlage für Binden.

Das Beste daran: Die Mädchen nähen im Kurs nicht nur eine Damenbinde für sich selbst. Sie werden im Nachgang das gelernte Wissen an eine Freundin oder Schwester weitergeben. Damit verbreiten sie ihr Wissen nachhaltig und fördern einen aktiven Austausch. Am Ende profitieren noch mehr Mädchen.

GUMA ist ein kleiner Eingriff in das Leben der Mädchen. Aber die Schulung ist so durchdacht und kompakt organisiert, dass nur zwei Tage eine lebensverändernde Wirkung haben können. Sie sind der Einstieg zum Ende der Periodenarmut.

Das dürfte sich langfristig positiv auf ihre spätere Einkommenssituation auswirken. Die Entstigmatisierung der Periode führt zu mehr Chancengleichheit zwischen Jungen und Mädchen und legt den Grundstein für ein besseres Leben der Mädchen und ihrer zukünftigen Töchter.

Vertrauen durch bewährte Partnerschaften vor Ort

GUMA ist also ein weiteres Stay Alliance-Projekt, das die sogenannten “Active Poor” erreicht. Darunter versteht man Menschen, die engagiert und selbstbewusst etwas an ihrer Situation ändern möchten.

Vieles hängt davon ab, dass GUMA die Mädchen erreicht. Dafür integrieren wir die Trainings in Einkommensprogramme, die stark nachgefragt sind. Dazu gehören etwa die Schulungen im Bio-Getreideanbau: Unsere Partner:innen vor Ort nutzen sie als Gelegenheit, um mit „ihren“ Active Poor über Monatshygiene zu sprechen. Vertrauen ist schon da. So fällt es auch leichter, Teilnehmerinnen für GUMA zu gewinnen.

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Lena Kirchner arbeitet ehrenamtlich bei Stay und hilft dabei, über Projekte und interessante Entwicklungen in Ostafrika zu berichten.