Erneut Ebola in Uganda

By |2023-01-18T19:05:44+00:00Januar 18, 2023|Gesundheit, Uganda|

Im September 2022 ist in Uganda erneut Ebola ausgebrochen. Insgesamt wurden 142 Fälle bestätigt. 55 Menschen starben an der Fieberkrankheit. Jetzt wurde das Ende der Epidemie verkündet. Die letzten Wochen waren angespannt – doch diese Maßnahmen halfen.

Am 22. September 2022 bestätigte das ugandische Gesundheitsministerium gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Ebola-Ausbruch in Uganda. Ausgelöst wurde dieser durch das lebensbedrohliche Sudan-Ebolavirus. Uganda ist aufgrund von Erfahrungen aus früheren Ebola-Ausbrüchen und der Corona-Pandemie gut auf die Situation vorbereitet und kämpft kontrolliert gegen die weitere Ausbreitung. Ende November wurde der letzte Patient aus dem Krankenhaus entlassen. Am 11. Januar 2023 verkündeten Uganda und die WHO das Ende des Ebola-Ausbruchs.

Ebola in Uganda erstmals seit 2012

Im September 2022 erreichten uns besorgniserregende Nachrichten aus Uganda. Im zentralugandischen Distrikt Mubende wurde ein Ebola-Fall bestätigt. Innerhalb kürzester Zeit wurden auch aus anderen Ortschaften Krankheitsfälle gemeldet. Diese breiteten sich bis in die Hauptstadt Kampala aus. Zuletzt kam es in Uganda zehn Jahre zuvor zu einem Ebola-Ausbruch – mit damals 24 Infizierten, von denen 17 Menschen starben.

Zum ersten Mal tobte Ebola in Uganda im Jahr 2000. Das Land musste seitdem mehrere Epidemien durchstehen.

Eine gefährliche Krankheit

Ebola ist eine seltene und lebensbedrohliche Infektionskrankheit in Form einer Fiebererkrankung. Sie wurde erstmals 1976 in Zentralafrika entdeckt und ist seitdem wiederholt – ausschließlich in Afrika südlich der Sahara –  aufgetreten. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Die Frühsymptome ähneln einem grippalen Infekt mit Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Nach einigen Tagen können Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hinzukommen. Im weiteren Krankheitsverlauf können zusätzlich Symptome wie z.B. Kopf- und Brustscherzen auftreten. In Einzelfällen kann es zu Langzeitschäden (Post-Ebola-Syndrom) kommen.

Das Ebola-Fieber kann durch verschiedene Ebola-Viren ausgelöst werden. Bislang sind nur für eine der fünf Spezies, das Zaire-Ebola-Virus, wirksame Impfstoffe und Medikamente zugelassen – nicht jedoch für die zuletzt in Uganda aufgetretene Sudan-Variante.

Je nach Virusform sowie Qualität und Schnelligkeit der medizinischen Versorgung verlaufen 30% bis 90% der Erkrankungen tödlich. An der jetzt aufgetretenen Sudan-Variante versterben durchschnittlich 50% der Infizierten. Nach Angaben der WHO gibt es seit Beginn des aktuellen Ausbruchs in Uganda 142 bestätigte Ebola-Fälle, von denen 55 Menschen starben (Stand: 11.01.2023).

Ostafrika ist gut vorbereitet

Noch im November wurde die Ebola-Entwicklung in Uganda von Expert:innen weltweit mit großer Sorge beobachtet. Insbesondere die Verbreitung bis in die ugandische Hauptstadt Kampala mit ihren etwa 1,5 Millionen Einwohner:innen wurde als kritisch eingestuft. Die begrenzten Kapazitäten der Kliniken können für das ugandische Gesundheitssystem eine enorme Belastung darstellen.

Auf der anderen Seite haben die afrikanischen Länder durch den massiven Ebola-Ausbruch in Westafrika in den Jahren 2014 bis 2016 mit rund 28.600 Erkrankungsfällen (davon 11.300 Verstorbenen) viel über den Umgang mit Ebola gelernt. Auch die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie helfen Uganda bei der Bekämpfung von Ebola. Zur Eindämmung des Ebola-Ausbruchs verhängte Ugandas Präsident Yoweri Museveni wie auch in der Pandemie Reisebeschränkungen und nächtliche Ausgangssperren. Diese zeitlich begrenzten Einschränkungen erfolgten in den zwei am stärksten betroffenen Bezirken Mubende und Kassanda. Auch Nachbarländer wie Kenia, Tansania und Ruanda überwachten an den Grenzen zu Uganda verstärkt das Auftreten von Ebola-Fällen. Durch das Vorhandensein von Diagnosemöglichkeiten sind die afrikanischen Länder besser als noch vor einigen Jahren auf Ebola-Ausbrüche vorbereitet.

Seit Dezember werden in Uganda zudem drei Testimpfstoffe gegen die Sudan-Variante erprobt. Dies erfolgt im Rahmen einer Ringimpfung, bei der alle Kontaktpersonen bestätigter Ebola-Erkrankter, Kontaktpersonen von Kontaktpersonen sowie das Personal in Gesundheitseinrichtungen geimpft werden.

„Wir haben mit Erfolg die Ebola-Epidemie in Uganda unter Kontrolle gebracht.“

Gesundheitsministerin Dr. Jane Ruth Aceng Ocero anlässlich einer Zeremonie
zum Ende des Ausbruchs in Mubende am 11. Januar 2023

Gute Neuigkeiten aus Uganda

Die aktuelle Entwicklung sieht vielversprechend aus und lässt aufatmen. Nach zunehmend rückläufigen Ansteckungsquoten konnte die letzte an Ebola erkrankte Person Ende November 2022 aus dem Krankenhaus entlassen werden. Bislang ist keine Neuerkrankung mehr gemeldet worden.

Gemäß der Kriterien der WHO gilt ein Ebola-Ausbruch als beendet, sobald 42 Tage lang keine neuen Fälle mehr auftreten. Bei diesem Zeitraum handelt es sich um die doppelte Länge der Inkubationszeit. Die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Auftreten der Symptome beträgt bei Ebola bis zu 21 Tage. Auch nach Ablauf dieses Zeitraums muss das Geschehen allerdings weiterhin sorgfältig beobachtet werden, um später auftretende Ebola-Fälle umgehend zu erkennen und eine erneute Virus-Ausbreitung zu verhindern.

Das brachte die Gesundheitsministerin des Landes dazu, den aktuellen Ausbruch der Ebola in Uganda Ebola offiziell am 11. Januar 2023 als beendet zu erklären.

Titelfoto: Frei zu verwenden unter der Pixabay-Lizenz. Kein Bildnachweis nötig.

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Petra Ninnemann arbeitet ehrenamtlich bei Stay und unterstützt dabei, über Projekte und Entwicklungen in Ostafrika zu berichten.