Ausbildung von Schneiderinnen – Wie ein Handwerk der Start für ein selbstbestimmtes Leben wird

By |2020-09-04T07:05:56+00:00Mai 19, 2020|Erfolge|

Die Stay Alliance Uganda hat zusammen mit SASCU ein Projekt entwickelt, um jungen, in Armut lebenden Menschen Fähigkeiten zu vermitteln, mit denen sie ihre Lebenssituation verbessern.

12 Mädchen zwischen 14 und 24 Jahren wurden von August 2018 bis April 2019 das Schneidern beigebracht, um sie mit modernen Fertigkeiten auszustatten. Damit können sie eine Anstellung erhalten oder sich sogar selbstständig machen. Der Einsatzort dieses Projekts war das Luwero District. Dort gibt es durch Armut, frühe Schwangerschaften und Todesfälle der Eltern sehr viele Schulabbrecher. Bei der Umsetzung dieses Projekts wollten die Stay Alliance und SASCU (Save Street Children Uganda) gleichzeitig zeigen, dass Nähen und Schneidern auch eine Chance für junge Männer ist; aber leider konnten sie trotz ihrer Bemühungen keine Jungs für das Projekt gewinnen.

Die Aussichten machen Mut

Als Ansporn wurde den Mädchen bereits zu Beginn des Projekts mitgeteilt, dass die drei besten Schneiderinnen am Ende mit einer eigenen Nähmaschine belohnt würden, um solide Voraussetzungen für ihre zukünftigen Karrieren zu schaffen. Das Projekt erweiterte die klassische Ausbildung der Schneiderinnen um die Produktion von Taschen für Laptops, Schul- und Sporttaschen sowie Einkaufstaschen. Die Taschenproduktion ist inzwischen der Verkaufsspitzenreiter für das Projekt.

Eine der aufregendsten Erfahrungen war die Abschlussfeier – elf Frauen beendeten die Ausbildung und fünf von ihnen erhielten im Anschluss eine bezahlte Stelle bei PELI-U. Besonders das Handwerk des Schneiderns kommt den jungen Frauen in der jetzigen Situation besonders zugute. Anders als in Europa gibt es in Afrika noch keine Knappheit an Mund- und Nasenmasken – trotzdem eröffnet sich mit dem steigenden Bedarf an diesen Masken ein vielversprechender Markt.

Dieses Projekt hat den Mädchen, die in den Fängen von Armut, Kinderheirat und sehr früher Schwangerschaft gelebt haben, Hoffnung auf Verbesserung ihrer Lebenssituation gegeben. Denn jetzt haben sie selbst die Möglichkeit zu entscheiden, wie ihr Leben in der Zukunft aussehen soll. Ebenso stärkte die Eröffnung dieses Kompetenzausbildungszentrums die Beziehung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor und dürfte die wirtschaftliche Kapazität der Gemeinde in den kommenden Jahren stärken.

Die Absolventinnen freuen sich über ein besseres Leben

„Mein Einkommen hat sich verbessert, seit ich meinen Kurs in Schneiderei und Textildesign abgeschlossen habe. Ich kann es mir jetzt leisten, grundlegende Dinge wie Zucker, Salz, Seife und andere Haushaltsgegenstände zu kaufen“, sagt Faridah. Hafuwa fügte hinzu: „Mein Leben änderte sich zum Guten, als ich die Chance erhielt, solch eine Fähigkeit zu erwerben. Ich spare Geld, um meine eigene Schneiderei zu eröffnen, in der ich andere Jugendliche, wie mich, einstellen kann. Wenn ich die Möglichkeit dazu hätte, würde ich gerne eine Schneiderschule für Jugendliche gründen, die keine Chance hatten, von SASCU ausgebildet zu werden.“ Auch für Proscovia hat sich einiges zum Guten gewendet: „Mit dieser Ausbildung kann ich jetzt auch als alleinerziehende Mutter Geld verdienen und für mein Kind sorgen.“

Lorena Miehle

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